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Stichwort: Abgeschafftes

Die Gesindeordnung

Eine Gesindeordnung regelte das Verhältnis zwischen „Gesinde" (Dienstboten) und der Herr-schaft (Dienstherr). Markant war das ungleiche Verhältnis zwischen den Rechten der Dienstherren und den Pflichten der Bediensteten. So konnte der Arbeitgeber seine Dienstboten teilweise ohne Kündigungsfristen und ohne gesetzliche Vorgaben jederzeit entlassen, während die Mägde und Knechte eine Kündigungsfrist von mehreren, meistens bis zu drei, Monaten einhalten mussten. Gesinde konnte, wenn es unerlaubt der Arbeit fernblieb polizeilich gesucht werden und zurückgeführt werden,teilweise unterlagen sie der herrschaftlichen Hauszucht. Quelle: Wikipedia

In Deutschland galten bis 1919 etwa 44 Gesindeordnungen. In der Lauenburgischen Dienstordnung ist zu lesen: „[...] das Zusammenschlüsse von Dienstboten untereinander, etwa um zur Widersetzlichkeit gegen die Herrschaft zu verleiten, wird mit Gefängnisstrafe zu Wasser und Brot oder den Karrenschieben nach Größe des Verbrechens auf kurze oder längere Zeit bestraft werden."
Quelle: www.landarbeiter.eu/das-koalitionsrecht

Als in den Jahren 1882 bis 1907 im Großherzogtum Hessen die Erwerbstätigkeit von Frauen deutlich an Gewicht zunahm und die in den herrschaftlichen Haushalten dienenden Personen erheblich anstieg, wurde deren Lebens- und Arbeitsverhältnisse durch die Gesindeordnung vom 28. April 1877 reguliert.

Die Gesindeordnung war aber zu Gunsten der Herrschaften konzipiert und die meistens noch jugendlichen Dienstmädchen waren zu „Ehrerbietung, Gehorsam, Treue, fleißiger und gewissenhafter Leistung" gegenüber ihren Arbeitgebern verpflichtet, die sie auch zu „anderweitigen" (d.h.: beliebigen) Arbeiten als den vereinbarten heranziehen durften.
Ohne Erlaubnis durften sie nicht über Nacht die Wohnung verlassen. Schwangerschaft und über 14 Tage dauernde Krankheit waren Kündigungsgrund, staatliche Kontrolle fanden durch Gesinderegister und Dienstbuch statt. Die hessische Gesindeordnung legte das Verhältnis zwischen Dienstherrschaft und Dienstboten fest (Art. 1), regelte im die Form des Gesindevertrages (Art. 2), wobei die Gültigkeit sowohl in einem schriftlichen oder mündlichen Vertrag liegen konnte. Allgemein waren die Dienstverträge auf ein Jahr ausgelegt (Art. 5) und schließlich wurde in den Artikeln 7 — 8 die Leistung von Gegenleistungen erörtert.
Quelle: Wikipedia

Benachteiligungen der Landarbeiter im Arbeits- und Sozialrecht

1909 begann der organisierte gewerkschaftliche Kampf für ein modernes Arbeits- und Sozialrecht der landwirtschaftlichen Arbeitnehmer. Leistungen und Aufgabe der Landarbeitergewerkschaften auf diesem wichtigen Gebiet können nur dann voll gewürdigt werden, wenn man von der Lage ausgeht, in der sich die ländlichen Arbeitnehmer 1909 befanden. Ausgangspunkt war ein wesentlich schlechteres Recht für die Landwirtschaft. Ziel musste sein, die völlige rechtliche Gleichstellung der Arbeitnehmer auf dem Lande durchzusetzen.
Der Arbeitsvertrag der Arbeiter im Gewerbe und Industrie wurde durch die Reichsgewerbeordnung von 1869 geregelt, die zwar weit vom Ideal einer gesetzlichen Regelung des Arbeitsverhältnisses entfernt war. Sie stand aber turmhoch über den veralteten Rechtsgrundsätzen einer preußischen Gesindeordnung. Ihre Schutzbestimmungen verhinderten eine derart maßlose Ausbeutung der Arbeitskraft außerhalb der Landwirtschaft.
Quelle: www.landarbeiter.eu/benachteiligungen-der-landarbeiter
 

Fideikommiss

Das Vermögen von Adelsfamilien war rechtlich als sogenanntes Familienfideikommiss gegen Eingriffe von innerhalb der Familie als auch von außen gesichert. Diese Einrichtung sorgte durch Gesetz dafür, dass das Vermögen einer Familie, meist Grundbesitz, „auf ewig" geschlos-sen erhalten wurde. Damit durfte es üblicherweise auch nicht belastet werden. INur ein Familienmitglied allein, der Fideikommissbesitzer, besaß das Nießbrauchsrecht. Davon zu unterscheiden war das private Grundeigentum eines Landesherrn, die sog. Schatulle, die seiner freien Verfügung zu Lebzeiten und von Todes wegen unterlag. Quelle: Wikipedia
Obwohl die Abschaffung schon 1848 das Paulskirchenparlament beschäftigte, gelang dies auch der Novemberrevolution nicht ganz. Nach wie vor gibt es bis heute an Oberlandesgerichten noch Fideikommiss-Senate.
 

Besondere Adelsrechte

Mit dem Inkrafttreten der Weimarer Reichsverfassung am 14. August 1919 wurden alle Vorrechte des Adels in Deutschland abgeschafft (Artikel 109 Abs. 2 WRV). Alle Bürger wurden vor dem Gesetz gleichgestellt. Auch wenn damit verschiedene Privilegien des Adels abgeschafft werden, betraf das (im Gegensatz zu Österreich) nicht den Adelsstand selbst.
Der deutsche Wald gehört zur Hälfte rund zwei Millionen Privatleuten, 34 Prozent sind in Staatsbesitz, und über den Rest verfügen diverse Körperschaften. Die fünf größten Privateigner sind allerdings Adelige: die Thurn und Taxis, Fürstenbergs, Hohenzollern, Riedesels und Sayn-Wittgensteins. Sie bewirtschaften zusammen knapp ein Prozent. Michael Prinz zu Salm- Salm zählt mit 176 Hektar noch zu den kleineren Waldbauern.
Quelle: www.stern.de/wirtschaft/news/inventur-wem-gehoert-deutschland--3089512.html

Ab und zu lässt sich über den umfangreichen Besitz lesen:
Die Wälder des Grafen zu Erbach-Erbach zwischen Eschau und Wildensee im Landkreis Miltenberg sind auch von alten Buchenwäldern mit geprägt. Wie Recherchen des BN ergeben haben, werden diese alte Buchenwälder offenbar seit Jahren durch Kahlschläge abgeholzt und überwiegend durch Anpflanzungen mit Fichten in Nadelholzforste umgewandelt.
Quelle: www.bund-naturschutz.de/wald/waldfrevel/erbach.html

Und in Österreich hat der Abschaffung des Adels keineswegs dessen Grundbesitz abgeschafft:
diepresse.com/home/panorama/oesterreich/671228/Grundbesitz_Wem-gehoert-Oesterreich

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