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November 1918 Die Arbeiter- und Soldatenräte in Elsaß-Lothringen

Die Arbeiter- und Soldatenräte formieren sich, wie in ganz Deutschland, so auch in Elsaß-Lothringen. Sie verbreiten sich rasend schnell, sie überdauern aber nur 11 bis 12 Tage.

Am 9. November gründen A. Metz, H. Voortmann und Tröndle einen Soldatenrat in Straßburg und verkünden seine Existenz mittels Plakaten. Ebenfalls durch Plakate zusammengerufen, versammeln sich am 10. November Arbeiter der Stadt in der Handelskammer, um den Soldatenrat zu unterstützen. Sie wählen C. Becker und F. Brauersreuther zu Vorsitzenden des Arbeiterrates. Sie setzen den Bürgermeister Rudolf Schwander und den Kaiserlichen Statthalter Karl Hauss ab. Erste Kontakte zwischen den militärischen Autoritäten und den Repräsentanten der Sozialdemokraten entstehen. Matrosen der kaiserlichen Marine kehren mit dem Zug in ihre Heimat Elsaß-Lothringen zurück und vereinen sich mit den Soldaten.
Der in Hannover internierte Reichstagsabgeordnete Jacques Peirotes übernimmt die Verwaltung von Straßburg. Der Feldwebel und vormalige Gewerkschaftssekretär Johann Rebholz wird zum Präsidenten des Arbeiter- und Soldatenrates von Straßburg gewählt. Am 10. November proklamieren Peirotes und Rebholz vor der klassizistischen Stadtwache „Aubette" am Kléber-Platz die Sozialistische Republik Elsaß-Lothringen.
Das Alte Regime wurde niedergerungen und das Volk hat die Regierung in seine Hände genommen. zukünftig befindet sich die Macht in den Händen der Arbeiter. („Die Vorgänge in Straßburg", Freie Presse, 11. November 1918).
historische Darstellungen

Die ersten Maßnahmen des Arbeiter- und Soldatenrats sind die Befreiung der Gefangenen, der Appell zur Bewahrung der Ruhe, der Kampf gegen die Plünderung und die Organisation der Lebensmittelversorgung unter anderem durch Requisitionen.
Räte etablieren sich in den meisten Orten, so in Kolmar, Hagenau, Molsheim, Mülhausen, Neu-Breisach, Rappoltsweiler/Ribeauvillé, Zabern/Saverne, Schlettstadt/Sélestat, Bischweiler, Diedenhofen/Thionville, Saargemünd, Forbach, Monteningen/Montigny ebenso wie in den Werken besonders der lothringischen Stahlindustrie. Es gibt Protestdemonstrationen in Unternehmen und Forderungen werden vorgebracht, Eisenbahner in Straßburg und Metz treten in den Streik. In den Bergwerken und Stahlwerken Lothringens überdauern manche Streiks sogar die Ankunft französischer Truppen.
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Plakate aus der Zeit des Arbeiter- und Soldatenrates November 1918

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