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Stichwort: Ergebnisse

Am 9. November 1918 siegte die Revolution in erster Linie gegen Militarismus und Krieg, gegen das Morden an den Fronten und gegen den Terror der Militärjustiz in der Heimat.
Gleichzeitig säten die bisherigen Eliten Legenden, die den Boden für den nächsten Krieg bereiteten.

Der Kaiser und mit ihm 22 Könige, Großherzöge und Fürsten wurden gestürzt.
In Darmstadt war das Einvernehmen auch von Sozialdemokraten mit dem Großherzog so weitgehend, dass dieser nicht fortgejagt wurde. Er sah aber auch gar nicht ein, dass er zurücktreten sollte. Er hatte einmal bei der Eröffnung des Landtages einem Sozialdemokraten die Hand gegeben und war danach vom Kaiser (gleichzeitig sein Cousin) als „Roter Großherzog" beschimpft worden.
Die bis dahin regierenden Familien behielten aber einen großen Anteil ihrer privaten Vermögen - bis heute (auch das Haus Hessen).
Die Monarchie wurde auf einen Schlag allein durch den „Druck der Straße" abgeschafft — weder durch Gesetze noch ein Parteiprogamm.
Es wurde allgemeines und gleiches Wahlrechts auch für Frauen erzwungen, das 3-Klassen-Wahlrecht für den preußischen Landtag abgeschafft.
Dies wurde den Parteien der „Weimarer Koalition" nicht gedankt. Konservative Presse, Lehrer, Justiz, Verwaltung und nicht zuletzt die wirtschaftlich nach wie vor Mächtigen rollten die Revolution zurück. Die Demokratie beschränkte sich aufs Formale und erreichte keine sozialen Grundrechte.
Die Gewerkschaften wurden als Vertragspartner für Löhne anerkannt, der 8-Stunden-Tag und allerdings weit hinter den Erwartungen bleibende Betriebsräte eingeführt. Weitere gesetzliche Regelungen zur Sofortsozialisierung des Kohlesyndikats, die Vorbereitung der Sozialisierung des Kalibergbaus und anderer Wirtschaftszweige blieben auf dem Papier.

Die Gesetze hierzu kamen durch geheime Treffen wenige Tage nach dem 9. November zustande. Die wesentliche Übereinkunft wurde später nach dem Ruhrindustriellen Hugo Stinnes und Carl Legien, dem Vorsitzenden der Generalkommission der Gewerkschaften Deutschlands als Stinnes-Legien-Abkommen bekannt. Triebfeder war die Angst vor Sozialisierung der Fabriken. Die Großindustriellen waren zu allem bereit, wenn sie nur ihr Eigentum behielten.

Es wurde Vieles nicht erreicht. Die wirtschaftliche Macht blieb in den Händen derer, die am Weltkrieg verdient hatten.
Die militärische Macht blieb in den Händen kaiserlicher Offiziere. Eine revolutionäre Bewaffnung wurde mit Zwang verhindert. Dem diente auch der Ebert-Groener-Pakt. Bereits am 10. November vereinbarten Friedrich Ebert als SPD-Vorsitzender und Mitglied des Rates der Volksbeauftragten und General Wilhelm Groener für die Oberste Heeresleitung über ein geheimes Telefon weiteres Vorgehen. Damit wurden von Anfang an Prinzipien der Demokratie, aber auch der Sozialdemokratie verletzt. Die Folge sollte ein Bürgerkrieg in Teilen des Deutschen Reiches werden und eine Spaltung der Arbeiterbewegung bis heute.
Danach wurden die Erfolge der Novemberrevolution in zwei Wellen revidiert:
Im Dezember 1923 wurde der 8-Stunden-Tag mit einer einfachen Arbeitszeit-Verordnung zurückgenommen und der 10-Stunden-Tag die Regel;
1933 wurde die Republik selbst mitsamt ihrer Verfassung mit tatkräftiger Unterstützung des Kapitals, seiner Verbände, seiner Spitzenvertreter und seiner Wortführer in den politischen Parteien zerschlagen. Gleichzeitig wurde dann auch die deutsche Arbeiterbewegung, deren Parteien und Gewerkschaften zerstampft, quasi als Strafe für die Novemberrevolution.

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