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Stichwort: „Frauen im Krieg"

Frauen ersetzten die fehlenden männlichen Arbeitskräfte

Im betrieblichen Alltag vollzogen sich tief greifende Veränderungen. Frauen ersetzten die fehlenden männlichen Arbeitskräfte in der expandierenden Rüstungsindustrie. Vor allem in den Munitionsbetrieben schufteten Frauen und Mädchen unter zum Teil gefährlichen Bedingungen. Immer wieder ereigneten sich schwere Unfälle. So flog im Februar 1917 in Quickborn nördlich von Hamburg eine ganze Munitionsfabrik in die Luft — 120 Frauen fanden den Tod, 150 wurden zum Teil schwer verletzt.

In fast allen Rüstungsbetrieben wurden die Schutzbestimmungen außer Kraft gesetzt, Arbeitszeiten verlängert, Nacht- und Sonntagsschichten eingeführt. Wie reizbar die Belegschaften darauf reagierten, erhellen die Erinnerungen von Karl Retzlaw, der als Werkzeugschleifer im Berliner Kabelwerk Cassirer arbeitete: „Immer war ,etwas los'. Besonders in den Nachtschichten. Keine Nacht ohne Zusammenbruch einer oder mehrerer Frauen an den Maschinen, infolge von Erschöpfung, Hunger, Krankheit. An manchen Tagen im Winter wurde nicht geheizt, die Arbeiter standen in Gruppen herum, sie konnten und wollten nicht arbeiten. In der Kantine kam es fast täglich zu Schreianfällen von Frauen, manchmal auch zu deprimierenden Schlägereien untereinander, weil angeblich ,die Kelle nicht gefüllt' war."

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Die ersten Wahlen für und mit Frauen

In Deutschland kämpften um 1900 insbesondere die SPD für das Wahlrecht. Auch engagierte Frauen außerhalb der Sozialdemokratischen Partei setzten sich vehement für das Frauenwahlrecht ein, waren sie doch unabhängig von Alter, Einkommen oder Tätigkeit davon komplett ausgeschlossen. Die gemäßigte bürgerliche Frauenbewegung strebte ein eingeschränktes Wahlrecht an. Die radikaleren sozialistischen Frauen um Clara Zetkin forderten dagegen auf dem ersten internationalen sozialistischen Frauenkongress 1907 in Stuttgart das allgemeine Frauenwahlrecht.

Am 30. November 1918 trat in Deutschland das Reichswahlgesetz mit dem allgemeinen aktiven und passiven Wahlrecht für Frauen in Kraft.
Am 19. Januar 1919 konnten Frauen zum ersten Mal in Deutschland reichsweit wählen und gewählt werden, denn am 19. Januar 1919 fanden allgemeine, gleiche, geheime und direkte Wahlen zur verfassungsgebenden Deutschen Nationalversammlung statt. 300 Frauen kandidierten. 37 Frauen - insgesamt gab es 423 Abgeordnete - werden schließlich gewählt. Auch wenn die Wählerinnen in ihrer Mehrzahl den konservativen Parteien ihre Stimme gaben, waren die meisten weiblichen Abgeordneten doch in den Reihen der SPD zu finden.
Quelle: www.lpb-bw.de/12_november.html

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