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Krieg dem Kriege!

„Schluß mit dem Krieg! Völkerfrieden" waren die Hauptlosung der Menschen, die auf den Straßen und in den Betrieben zusammenfanden. Was das Erleben an der Front angeht, gab es viel Schweigen. Dem wollte ein Buch abhelfen:
Krieg dem Kriege (Im Original: Krieg dem Kriege! Guerre à la Guerre! War against War! Oorlog aan den Oorlog!) ist ein erstmals 1924 erschienenes Buch des Antimilitaristen Ernst Friedrich (* 25. Februar 1894 in Breslau; † 2. Mai 1967 in Le Perreux-sur-Marne, Frankreich). Es beleuchtet die Folgen des Ersten Weltkriegs und wollte das wahre Antlitz des Krieges (Verwundete, Verstümmelte, Hinrichtungen, Leiden, Elend und Sterben) zeigen. Das originär viersprachig (deutsch, französisch, englisch und niederländisch) erschienene Buch wurde in etwa 50 weitere Sprachen übersetzt.

Quelle: de.wikipedia.org/wiki/Krieg_dem_Kriege
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Einige Seiten, welche auch die Ungleichverteilung von Tod und Grauen beleuchten:

Der deutsche Pazifist Friedrich versucht mit diesem Buch, die Menschen wach zu rütteln, indem er den Schrecken eines Weltkriegs aufzeigt. Wenige Jahre nach Ende des Ersten Weltkriegs wurde es zur „Bibel der Pazifisten", die angesichts des Grauens der Schützengräben sich unter dem Motto „Nie wieder Krieg" zu organisieren suchten. Dabei überlässt er nach einer kurzen Einführung den Leser sich selbst.

Nach der Auffassung, dass ein Bild mehr als tausend Worte zeige, sind in dem Buch unter anderem Kriegsszenen aus dem Ersten Weltkrieg dargestellt. So fordert er unter einem Bild, das unterschiedliches Kriegsspielzeug zeigt: Gebt den Kindern nicht solche Spielsachen! Er prangert die euphemistische Sprache der Kriegspropaganda an, indem er Fotografien von der Front mit entsprechenden Untertiteln versieht. So untertitelt er mit „Feld der Ehre" ein Bild, auf dem die nackte Leiche eines an Typhus verendeten Soldaten in einem Erdloch verscharrt wird. Einen zusammengetragenen Leichenberg für eine Massenbestattung untertitelt er mit „Heldengrab".

Bekannt machte dieses Buch auch die Abbildung von furchtbar verstümmelten Soldaten. So sieht man einen Offizier auf einem Lazarettbett, dem Mund und Unterkiefer weggerissen wurde. Eine einzige Fleischwunde ist an deren Stelle getreten. Friedrich untertitelt mit einem Ausspruch des Generalfeldmarschalls Paul von Hindenburg: „Der Krieg bekommt mir wie eine Badekur!" Eine andere Abbildung eines Kriegsversehrten erhielt den Kommentar von Graf Moltke: „Die edelsten Tugenden der Menschen entfalten sich im Krieg!"
Das Buch war umso aufsehenerregender, als die entstelltesten Kriegsopfer in abgelegenen Heimen für Kriegsversehrte vor der Öffentlichkeit weitestgehend versteckt wurden.
Die Soldaten mussten den Krieg als etwas erleben, in das sie von den Eliten hineingetrieben worden waren. Daher hatten für die meisten von ihnen diejenigen, die sie zum Durchhalten zwangen oder aufriefen, in ihren Augen „abgewirtschaftet".
Vertrauen genossen vorrangig die Menschen, welche man aus gemeinsamem Erleben kannte. Das galt für die Soldaten genauso wie die Arbeiter. Die Wahlen der „Räte", heute würden wir sagen „Sprecher" waren schnell organisiert, ohne Wahlkabinen, ohne Listen, eine reine Persönlichkeitswahl, unabhängig von Parteien.

Ernst Friedrich als Redakteur der Schwarzen Fahne"
Quelle: Fredrich-Ebert-Stiftung

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