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Soziale Reformen

Nach der Novemberrevolution in vielen Teilen und vor allem den großen Städten Deutschlands forderten die aktiven Teilnehmer aus den Gewerkschaften, der SPD und der Kommunisten eine Veränderung der Politik und eine stärkere Berücksichtigung der Interessen der Beschäftigten allgemein und vor allem in den Betrieben.
Dies führte bereits am 15. November 1918 zum sogenannten „November- Abkommen", das nahezu alle großen Arbeitgeberverbände und die Gewerkschaften unterschrieben haben. In 12 Kapiteln werden in diesem Abkommen wichtige Regeln der Zusammenarbeit aber auch von Arbeitsbedingungen in den Betrieben festgeschrieben. 3 Punkte sollen zitiert werden:

1. „Die Gewerkschaften werden als berufene Vertretung der Arbeiterschaft anerkannt.
2. Eine Beschränkung der Koalitionsfreiheit der Arbeiter und Angestellten ist unzulässig...
9. Das Höchstmaß der täglichen regelmäßigen Arbeitszeit wird für alle Betriebe auf 8 Stunden festgesetzt."

Bereits 1919 wurde die Weimarer Reichsverfassung verabschiedet, in der im Artikel 165 eine „Verankerung des Rätesystems" enthalten ist. Dies bedeutet, dass in den Betrieben die Unternehmer und die Beschäftigten gleichberechtigt sein sollen, den Gewerkschaften eine Tarifautonomie zugestanden und auch die paritätische Mitbestimmung schon angedacht wird.

Da sich die Debatte zum Thema hinzog, demonstrierten am 13. Januar 1920 organisierte Arbeiter und Angestellte vor dem Berliner Reichstag. Die Sicherheitswehr löste die Veranstaltung auf, und es waren 42 Tote und über 100 Verletzte zu beklagen. Reichspräsident Ebert verhängte den Ausnahmezustand, aber am 4. Februar 1920 wurde das erste Betriebsrätegesetz verabschiedet.

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